Nein. Viele Philodendren klettern (oder wachsen hemiepiphytisch), aber es gibt auch terrestrische Kriecher und kompakt-selbsttragende Arten. Botanisch lassen sie sich grob in drei Wuchstypen einteilen:
- Kletternd (hemiepiphytisch) â z. B. Philodendron melanochrysum, P. hederaceum
- Kriechend (rhizombildend) â z. B. Philodendron gloriosum, P. mamei
- Selbsttragend (kompakt, nicht rankend) â z. B. Philodendron 'Birkin', P. squamiferum
đĄ Warum sind âbaumartige Philodendrenâ botanisch eigentlich keine Philodendren mehr?
GroĂe, krĂ€ftig aufrechte Arten wie Philodendron bipinnatifidum und P. selloum wurden frĂŒher innerhalb der Gattung gefĂŒhrt. Das Ă€nderte sich, nachdem anatomische und molekulare Untersuchungen zeigten, dass sie genetisch und strukturell deutlich abweichen.
Eine Studie von Ferreira et al. (2020) zeigte, dass diese Arten (frĂŒher Subgenus Meconostigma) Adventivwurzeln mit gelappter Stele besitzen â im Gegensatz zur zylindrischen Stele bei âechtenâ Philodendren (Subgenera Philodendron und Pteromischum).
Molekulare und zytologische Arbeiten (Sakuragui et al., 2018) stĂŒtzten das Bild: Meconostigma-Arten bilden eine eigene evolutionĂ€re Linie â mit abweichenden Chromosomenmerkmalen, BlĂŒtenstrukturen und Wachstumsstrategien.
Ergebnis: Meconostigma wurde als eigene Gattung ausgegliedert:
Thaumatophyllum Schott
Dazu zÀhlen u. a.:
- Thaumatophyllum bipinnatifidum (frĂŒher Philodendron selloum)
- T. xanadu
- T. stenolobum
đ Diese Arten gelten bei Kew, WFO und anderen taxonomischen Stellen nicht mehr als Philodendron. In vielen LĂ€den und GĂ€rtnereien laufen sie trotzdem noch unter den alten Namen â botanisch ist das ĂŒberholt.
đĄ Wenn dein âselbsttragender Philodendronâ dicke, fast holzige StĂ€mme und einen buschigen, strauchartigen Habitus hat, ist es sehr wahrscheinlich ein Thaumatophyllum.