Nepenthes (Kannenpflanze)
Nepenthes sind kletternde oder ĂŒberhĂ€ngend wachsende Karnivoren, die nur dann Kannen ausbilden, wenn Licht, Luftfeuchtigkeit, WasserqualitĂ€t und Temperatur in einem passenden Bereich liegen. Im Innenraum gehören sie in helle, feuchte, gut belĂŒftete Umgebungen, nicht in trockene Ecken oder geschlossene GlĂ€ser. AuĂerdem brauchen sie Regenwasser, destilliertes Wasser oder eine andere sehr mineralstoffarme Wasserquelle sowie ein luftiges, nĂ€hrstoffarmes Medium.
Nepenthes belohnt aufmerksame Pflege, nicht routinierte VernachlĂ€ssigung. Es geht hier weniger darum, einen Raum einfach mit GrĂŒn zu fĂŒllen, sondern darum, eine faszinierende Pflanze in dem Bereich zu halten, in dem Kannen, BlĂ€tter und Wachstum im Gleichgewicht bleiben. Vitrinen, warme helle Fenster und sorgfĂ€ltig gesteuerte Kulturbedingungen passen deutlich besser dazu als normale Topf-und-Untersetzer-Pflege.

Infos zu unseren Filtern
Unsere Filter sollen dir helfen, schneller die passenden Pflanzen zu finden, ohne ins Blaue hinein auszuwĂ€hlen. Damit die Angaben im ganzen Shop möglichst einheitlich bleiben, gleichen wir sie mit mehreren Quellen ab und prĂŒfen zusĂ€tzlich, ob sie unter echten Bedingungen in InnenrĂ€umen und im Alltag mit Pflanzen ĂŒberhaupt sinnvoll sind.
Sie sind eine Orientierungshilfe, keine Garantie. Zwei Wohnungen können auf dem Papier dieselbe Lichtstufe haben und sich in der Praxis trotzdem deutlich unterscheiden. Wenn du es genau wissen willst, öffne die Produktseite und lies dir die vollstÀndige Beschreibung durch.
So funktionieren die Filter
- Filter lassen sich kombinieren: Jede Auswahl grenzt die Ergebnisse weiter ein.
- Mehrere Auswahlen innerhalb eines Filters bedeuten meist entweder oder: Wenn du zwei Gattungen auswÀhlst, siehst du Pflanzen aus beiden.
- Verschiedene Filtergruppen greifen zusammen: Wenn du zum Beispiel Lichtstufe und Ungiftig auswÀhlst, werden nur Pflanzen angezeigt, auf die beides zutrifft.
- Du kannst alles jederzeit wieder zurĂŒcknehmen: Klicke eine aktive Option einfach noch einmal an oder nutze im Filterbereich Löschen beziehungsweise ZurĂŒcksetzen.
Zum Einstieg wĂ€hlst du am besten zuerst die Lichtstufe und grenzt dann nach Pflanzentyp und GröĂe weiter ein.
Auswahl & VerfĂŒgbarkeit
- Beliebte Kollektionen: Kuratierte Gruppen wie Bestseller, Babypflanzen, seltene Pflanzen, pflegeleichte Pflanzen, panaschierte Pflanzen, klassische Zimmerpflanzen, XL-Zimmerpflanzen und Pflanzensets. Sie helfen dir beim Stöbern, sind aber keine festen Pflegekategorien.
- VerfĂŒgbarkeit (nur vorrĂ€tige Artikel): Blendet ausverkaufte Produkte aus, damit du nur siehst, was aktuell versendet werden kann.
- Preis: Begrenzt die Auswahl nach dem aktuell angegebenen Preisbereich. Bei Produkten mit mehreren GröĂen oder Varianten kann die tatsĂ€chliche Preisspanne breiter sein.
Haustierfreundlich & Sicherheit
- Ungiftig: Pflanzen, die nach unserem aktuellen Kenntnisstand keine relevante chemische Giftigkeit fĂŒr gĂ€ngige Haustiere haben. Trotzdem kann Kauen auch bei ungiftigen Pflanzen Reizungen oder Magenbeschwerden auslösen.
- Ungiftig & haustierfreundlich: Eine noch engere Auswahl fĂŒr neugierige Nasen und Pfoten. Dabei geht es nicht nur um chemische Giftigkeit, sondern auch darum, viele Pflanzen mit möglichen mechanischen Risiken auszuschlieĂen, zum Beispiel Dornen, harte Spitzen, Widerhaken, starre Borsten oder raue OberflĂ€chen, die unangenehm sein oder kleine Verletzungen verursachen können. Auch das bedeutet aber nicht, dass Anknabbern unproblematisch ist.
Pflegebezogene Filter
- Lichtstufe: Reicht von wenig indirektem Licht bis volle Sonne und direktes Licht. âIndirektâ bedeutet helles Licht, ohne dass direkte Sonne auf die BlĂ€tter fĂ€llt. âEtwas direkte Sonneâ meint eine begrenzte Menge milder direkter Sonne. âVolle Sonne/direktâ steht fĂŒr lĂ€ngere Zeit in direkter Sonne.
- Wasserbedarf: Niedrig / Mittel / Hoch beschreibt, wie weit das Substrat unter normalen Bedingungen in InnenrÀumen typischerweise abtrocknen darf, bevor wieder gegossen wird.
- Luftfeuchtigkeit: Normal (40-50 %), leicht erhöht (50-60 %), hoch (60-80 %+). Gemeint ist der Bereich, der bei dir meist dauerhaft erreicht wird, nicht ein kurzer Anstieg fĂŒr ein paar Minuten.
Wuchsform & Rankhilfe
- Wuchsform: Zeigt, wie eine Pflanze von Natur aus wÀchst: kletternd, hÀngend, kriechend und ausbreitend, aufrecht, selbststÀndig aufrecht wachsend, horstbildend (mit Ablegern) oder rosettenbildend. Das hilft dir bei Standortwahl, Rankhilfe und Topfform.
- Braucht eine StĂŒtze? âKeineâ heiĂt, dass die Pflanze ihre Form ohne Hilfe hĂ€lt. âOptionalâ bedeutet, dass eine StĂŒtze Aufbau oder GröĂe verbessern kann, aber nicht zwingend nötig ist. âErforderlichâ heiĂt, dass Stab, Moosstab oder Gitter Wuchs und Form deutlich verbessern.
- Wachstumsgeschwindigkeit: Langsam / Mittel / Schnell unter guten Bedingungen in InnenrÀumen. Hilft dir bei der EinschÀtzung, ist aber kein Versprechen.
GröĂenfilter (geliefert und langfristig)
- TopfgröĂe (geliefert): Der Durchmesser des Kulturtopfs, in dem deine Pflanze verschickt wird (â).
- Pflanzenhöhe (geliefert): Die ungefĂ€hre Höhe der Pflanze, die du erhĂ€ltst. NatĂŒrliche Abweichungen sind ganz normal.
- Max. Höhe im Innenraum: Die realistische Höhe, die eine Pflanze mit der Zeit in InnenrÀumen erreichen kann, bei passender Pflege und gegebenenfalls mit Rankhilfe.
- Max. Breite im Innenraum: Wie viel Platz eine Pflanze langfristig einnehmen kann, also zum Beispiel als Horst, Rosette oder gesamte Wuchsbreite.
Optik: Form, GröĂe, Farbe
- Blattform & BlattgröĂe: Praktische Kategorien fĂŒr den schnellen Ăberblick. âKlein/Mittel/GroĂâ bezieht sich auf die typische BlattgröĂe ausgewachsener Pflanzen, wĂ€hrend die Form die vorherrschende Silhouette beschreibt.
- Blattfarbe: Zeigt die dominanten Farbtöne und Muster, zum Beispiel Silber und Grau, Rosa und Rot oder Goldgelb. Einzelne Pflanzen können abweichen, und frischer Austrieb sieht oft anders aus als ausgereifte BlÀtter.
Botanisch stöbern
- Pflanzentyp: Ăbergeordnete Gruppen wie AronstabgewĂ€chse, Hoyas, Kakteen, Farne, Sukkulenten, MarantengewĂ€chse und mehr. Praktisch, wenn du nach Pflanzentyp und grober Pflegerichtung stöbern willst.
- Gattung: Filtert nach der botanischen Gattung, zum Beispiel Alocasia, Philodendron oder Hoya. Ideal, wenn du schon weiĂt, was du sammelst.
- Familie: Filtert nach Pflanzenfamilien wie Araceae oder Apocynaceae. Hilfreich, wenn du innerhalb verwandter Gruppen tiefer stöbern willst.
Du willst sehen, woran wir uns bei der Vereinheitlichung unserer Bezeichnungen orientieren? Ressourcen zur Pflanzenpflege ist einfach eine kuratierte Ăbersicht der Quellen, die wir dafĂŒr nutzen, darunter POWO, Kew und weitere.
Sortieren nach:
Filter
Nepenthaceae (KannenpflanzengewÀchse)
Nepenthes (Kannenpflanze)
Auf einen Blick
Kannenpflanzen (Nepenthes) â was ihr Standort leisten muss
- Geeignet fĂŒr: Pflanzenhalter, die weiches Wasser, höhere Luftfeuchtigkeit und helles, stabiles Licht gezielt steuern können â keine pflegeleichte Fensterbankpflanze.
- Licht: Helles, indirektes Licht bis milde Sonne hÀlt BlÀtter stabil und fördert die Kannenbildung; bei sehr wenig Licht bleiben die BlÀtter flach und Fallen sind selten.
- WasserqualitĂ€t: Nutz Regenwasser, destilliertes Wasser oder Osmosewasser zusammen mit einem nĂ€hrstoffarmen, luftigen Substrat; normale Blumenerde mit DĂŒnger und hartes Leitungswasser verkĂŒrzen die Lebensdauer deutlich.
- Feuchte im Substrat: Halt das Substrat gleichmĂ€Ăig leicht feucht, nie knochentrocken, aber auch nie in abgestandenem, nassem Material; die Wurzeln brauchen Luft.
- Luftfeuchtigkeit: Mittlere bis hohe Luftfeuchtigkeit mit Luftbewegung ist entscheidend fĂŒr gute Kannen; trockene Luft lĂ€sst Ranken oft abbrechen, bevor sie anschwellen.
- FĂŒtterung: Meist fĂ€ngt die Pflanze genug Insekten selbst; stopf die Kannen nicht mit Futter voll und arbeite nicht mit starkem DĂŒnger, weil das Fallen und Wurzeln schĂ€digen kann.
Botanisches Profil
Nepenthes (Kannenpflanzen) â botanisches Profil fleischfressender Lianen
Nepenthes ist eine Gattung fleischfressender Lianen und Halbstrauchformen in der monogenerischen Familie Nepenthaceae und wurde erstmals 1737 von LinnĂ© beschrieben. Die oft als tropische Kannenpflanzen oder Affenbecher bezeichnete Gattung umfasst derzeit rund 170 anerkannte Arten sowie zahlreiche natĂŒrliche und gĂ€rtnerische Hybriden. Zytologisch ist sie bemerkenswert einheitlich, mit der somatischen Chromosomenzahl 2n = 80, was auf alte Polyploidie hinweist.
- Ordnung: Caryophyllales
- Familie: Nepenthaceae
- Tribus: - (monogenerische Familie)
- Gattung: Nepenthes L.
- Typusart: Nepenthes distillatoria L.
- Chromosomen: Bei untersuchten Arten durchgĂ€ngig 2n = 80; die Grundzahl wird innerhalb einer polyploiden Reihe auf x â 5 zurĂŒckgefĂŒhrt.
Verbreitung und Lebensraum: Nepenthes ist auf die Tropen der Alten Welt beschrĂ€nkt, von Madagaskar und Sri Lanka ĂŒber SĂŒdostasien bis nach Neuguinea, Nordaustralien und Neukaledonien. Die meisten Arten wurzeln in sauren, ausgewaschenen Substraten auf KĂ€mmen, offenen HĂ€ngen, WaldrĂ€ndern oder montanen NebelwĂ€ldern; einige sind auf ultramafische oder torfige Böden spezialisiert. Viele klettern in buschigen oder bewaldeten Habitaten mit hoher Luftfeuchtigkeit und ausgeprĂ€gten Tag-Nacht-Temperaturunterschieden.
- Lebensform: ImmergrĂŒne Kletterpflanzen oder spreizklimmende HalbstrĂ€ucher mit schlanken Sprossen, die 10â15 m erreichen können und nahe der Basis zahlreiche Adventivwurzeln bilden.
- Blattansatz: WechselstÀndige, oft linealische bis lanzettliche BlÀtter mit verlÀngerter Mittelrippe, die in eine Ranke auslÀuft; die Blattspitze differenziert sich zu einer Fallgrubenkanne.
- KannengröĂe: Von winzigen Bodenkannen unter 3â4 cm bis zu riesigen Arten mit Fallen von ĂŒber 30 cm Höhe und mehr als einem Liter Volumen in den Oberkannen.
- Textur und Farbe: Kannen mit wachsiger, oft gesprenkelter AuĂenseite und glattem Peristom; die InnenflĂ€chen tragen teils Wachskristalle oder viskoelastische FlĂŒssigkeiten, die das Entkommen gefangener GliederfĂŒĂer oder kleiner Wirbeltiere erschweren.
- Bemerkenswerte Anpassung: Hochspezialisierte Fallgrubenfallen mit nektarabsonderndem Peristom, nach unten gerichteten Haaren und viskoelastischen VerdauungsflĂŒssigkeiten, die zusammen in nĂ€hrstoffarmen, niederschlagsreichen Habitaten besonders effiziente Fallen bilden.
BlĂŒtenstand und Frucht: Getrenntgeschlechtliche Pflanzen bilden aufrechte oder hĂ€ngende Trauben beziehungsweise Rispen aus kleinen, meist unauffĂ€lligen BlĂŒten; bestĂ€ubt wird vor allem durch Fliegen und andere duftangelockte Insekten. Die FrĂŒchte sind lĂ€ngliche, aufspringende Kapseln mit vielen geflĂŒgelten Samen, die durch Wind ĂŒber offene RĂŒcken und WaldlĂŒcken verbreitet werden.
Details & Pflege
Nepenthes: tropische Kannenpflanzen fĂŒr helle, luftfeuchte InnenrĂ€ume
Warum Nepenthes keine Moorpflanze ist â und warum das alles verĂ€ndert
Nepenthes bringt hĂ€ngende Kannen, kletternde Triebe und einen Wuchs mit, der eher an eine GewĂ€chshausliane erinnert als an eine fleischfressende Pflanze aus der Anzuchtschale. Kannen sind keine separaten BlĂŒten oder FruchtstĂ€nde; sie sind umgebildete Blattspitzen, die am Ende einer Ranke entstehen, und gesunde Pflanzen bilden sie auch in der Wohnung weiter, sobald die BlĂ€tter ausreifen. GĂ€ngige Hybriden können im Innenraum ĂŒberraschend gut funktionieren â aber nur, wenn du aufhörst, Nepenthes wie eine dauerhaft vernĂ€sste Moorpflanze zu behandeln.
FĂŒr die meisten Wohnungen liegt der Reiz auf der Hand: farbige Fallen, lange Blattformen und eine Pflanze, die je nach Kultur hĂ€ngen, klettern oder sich ausbreiten kann. Die typischen AusfĂ€lle sind genauso vorhersehbar: verdichtetes Substrat, mineralreiches Wasser, trockene stehende Luft oder eine dunkle Ecke, in der BlĂ€tter zwar ĂŒberleben, aber keine richtigen Kannen mehr entstehen.
Von Madagaskar bis Malesien: Warum Nepenthes-Pflege nie nach einem einzigen Schema funktioniert
Nepenthes ist in den Tropen der Alten Welt beheimatet â von den Seychellen und Madagaskar ĂŒber das tropische Asien bis in den westlichen Pazifik. Einige Arten wachsen in heiĂen TieflandwĂ€ldern, andere an kĂŒhleren, helleren BerghĂ€ngen, und viele klettern als Lianen oder wachsen teilweise epiphytisch statt tief im Boden zu wurzeln. Diese Spannweite erklĂ€rt, warum sich Arten stark bei Temperaturtoleranz, Wuchskraft und KannengröĂe unterscheiden können.
Die meisten Pflanzen, die als Zimmerpflanzen verkauft werden, sind keine heiklen Sammlerarten. Meist sind es anpassungsfĂ€hige Hybriden, die ausgewĂ€hlt wurden, weil sie mit normalen Innenraumbedingungen besser klarkommen als viele reine Arten. In der Praxis sind gleichmĂ€Ăige WĂ€rme, gefiltertes Licht und ordentliche Luftfeuchtigkeit wichtiger als extreme Spezialbedingungen aus Hochland-Anleitungen nachzuahmen.
Licht, WĂ€rme und Standort â hell, gefiltert und nie ĂŒberhitzt
Nepenthes wĂ€chst meist am besten bei hellem, indirektem Licht, eventuell mit etwas sanfter Morgen- oder SpĂ€tnachmittagssonne. Ostfenster, helle Nordfenster oder ein kurzer Abstand zu stĂ€rkeren SĂŒd- oder Westfenstern funktionieren oft gut. Harte Mittagssonne hinter Glas kann BlĂ€tter ausbleichen und Kannen schnell austrocknen, wĂ€hrend tiefer Schatten lange grĂŒne BlĂ€tter ohne oder mit kaum Kannen produziert.
Auch WĂ€rme spielt eine Rolle. Viele unkomplizierte Zimmer-Hybriden fĂŒhlen sich bei etwa 18â28 °C wohl, solange die NĂ€chte nicht stark abfallen und kalte Zugluft ausbleibt. Echte Hochlandarten wollen oft kĂŒhlere NĂ€chte als typische Zimmerpflanzen, deshalb ist es fĂŒr gemischte Innenraum-Sammlungen klĂŒger, Nepenthes passend zum Raum zu wĂ€hlen, statt den Raum einem Bergklima anzupassen.
Wasser, Substrat und WasserqualitĂ€t â luftige Wurzeln, wenig Mineralien, kein Sumpf
Die Wurzeln von Nepenthes brauchen Feuchtigkeit und Sauerstoff gleichzeitig. Verwende eine sehr offene Mischung: Rinde, Perlit und Kokosfaser oder langfaseriges Sphagnum mit zusĂ€tzlicher BelĂŒftung funktionieren deutlich besser als dichtes Universalsubstrat. Das Substrat sollte leicht feucht bleiben, nicht triefend nass und abgestanden. Anders als Sarracenia ist Nepenthes keine Pflanze, die dauerhaft tief im Anstau stehen sollte.
Die WasserqualitĂ€t ist nicht optional. Regenwasser ist ideal, destilliertes Wasser funktioniert ebenfalls. Hartes Leitungswasser lĂ€dt das Substrat nach und nach mit gelösten Mineralien auf und ruiniert gute Pflanzen auf Dauer sehr schnell. GieĂe das Substrat, nicht die Kannen, und lass ĂŒberschĂŒssiges Wasser frei ablaufen, statt den Topf in einen Mini-Sumpf zu verwandeln.
Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung und Kannenbildung â so bleiben Fallen aktiv
Genau bei der Kannenbildung bleiben viele hÀngen. Die BlÀtter sehen noch gesund aus, aber neue Kannen blasen sich nicht mehr auf. Niedrige Luftfeuchtigkeit ist ein hÀufiger Grund, aber stehende Luft ist genauso problematisch. Nepenthes wÀchst meist am besten bei mittlerer bis hoher Luftfeuchtigkeit und stÀndig leichter Luftbewegung, damit Blattspitzen und Ranken aktiv bleiben, ohne dass Krone oder Substrat muffig werden.
Ampeln, offene Regalaufbauten mit GewĂ€chshaus-Charakter und helle Vitrinen passen zu Nepenthes deutlich besser als enge dekorative Ăbertöpfe. Ist der Raum sehr trocken, bleiben Kannen kleiner, brechen halb ab oder blasen sich gar nicht auf. Heb die Luftfeuchtigkeit an, wenn du kannst, aber tausche Luftbewegung nicht gegen feuchte, stehende Luft ein.
So wĂ€chst Nepenthes â Klettertriebe, Oberkannen und was du besser nicht ĂŒbertreibst
Nepenthes startet kompakt und zeigt dann meist ihren eigentlichen Wuchs als Kletterpflanze. Unterkannen sind oft breiter und schwerer wirkend, Oberkannen werden schlanker, sobald die Triebe nach oben klettern. Mit einer StĂŒtze wachsen viele Pflanzen sauberer und mit besseren AbstĂ€nden als in einem niedrigen Topf ohne Halt. Reife Triebe lassen sich auĂerdem zurĂŒckschneiden und ĂŒber Stecklinge weitervermehren â so werden viele GĂ€rtnereipflanzen ĂŒberhaupt produziert.
RegelmĂ€Ăiger DĂŒnger ist meist unnötig. Fleischfressende Pflanzen sind an nĂ€hrstoffarme Bedingungen angepasst, und zu reichhaltige DĂŒngung oder normales Zimmerpflanzensubstrat fördern schwaches Wachstum und Wurzelprobleme deutlich schneller, als sie helfen. Nepenthes muss auch nicht mit Fleisch gestopft werden. Wenn Insekten in die Kannen gelangen, ist das gut. Wenn nicht, sind gutes Licht, sauberes Wasser und eine luftige Wurzelzone wichtiger als solche Spielereien.
Was Nepenthes nach dem Versand meist macht
Frisch versandte Nepenthes kommt oft mit ein paar unperfekten Kannen an. Deckel können am Rand eintrocknen, Ranken stocken, und Ă€ltere Kannen brĂ€unen schneller, als sie es im GewĂ€chshaus tun wĂŒrden. Das ist normaler Transportstress und kein automatischer Niedergang. Beobachte das neueste Blatt und die jĂŒngste Ranke, nicht die Ă€lteste Kanne.
Nach dem Auspacken stellst du Nepenthes direkt an ihren vorgesehenen hellen, luftfeuchten Platz und lĂ€sst sie erst einmal in Ruhe. PrĂŒfe die Feuchtigkeit im Substrat: Ist es nur leicht feucht, halte dieses Niveau. Ist es dagegen klatschnass und kalt, gieĂe nicht einfach nach, nur weil die Pflanze unterwegs war. Mit dem Umtopfen wartest du, bis das Medium klar zersetzt oder eindeutig ungeeignet ist.
Nepenthes-Probleme schnell einordnen
- BlÀtter wachsen weiter, aber neue Kannen blasen sich nicht auf:Meist ist das eine Mischung aus zu wenig Luftfeuchtigkeit, zu wenig Licht oder einem abrupten Wechsel der Bedingungen. Verbessere zuerst das Licht, erhöhe bei Bedarf die Luftfeuchtigkeit und gib der Pflanze Zeit, wieder anzulaufen.
- Basis oder unterer Trieb werden in nassem Substrat schwarz:FĂ€ulnis durch stehendes, luftarmes Medium. Sofort austopfen, totes Gewebe entfernen und in eine deutlich lockerere Mischung mit vorsichtigem GieĂen neu setzen.
- Kannen-Deckel und Ranken trocknen frĂŒh ein:Die Luft ist zu trocken, die Luftbewegung zu hart oder die WasserqualitĂ€t passt nicht. PrĂŒfe die Raumbedingungen und steig bei Bedarf auf Regenwasser oder destilliertes Wasser um.
- Lange Internodien und kleinere, grĂŒnere BlĂ€tter:Zu wenig nutzbares Licht. Stell Nepenthes nĂ€her an ein helles Fenster oder nutze geeignete Pflanzenbeleuchtung.
- Das Wachstum stockt trotz eines ansonsten hellen Raums:Oft liegt es an einer unpassenden Temperatur. Warm wachsende Hybriden kommen mit normalen WohnrĂ€umen deutlich besser klar als viele Arten aus kĂŒhleren Berglagen.
Nach oben und vergleiche die Nepenthes, die zu deiner Luftfeuchtigkeit, deinen Temperaturen und dem Rhythmus passen, den du wirklich konstant halten kannst â
HĂ€ufige Fragen zu Nepenthes
Was fĂŒr eine Pflanze ist Nepenthes?
Nepenthes sind tropische fleischfressende Pflanzen, die an den Enden ihrer BlĂ€tter Kannen bilden. Sie sind weder normale Blattpflanzen noch typische Moorpflanzen fĂŒr dauerhafte NĂ€sse, deshalb gelten fĂŒr Wasser und Substrat hier andere Regeln als bei vielen klassischen Zimmerpflanzen.
Kann ich Nepenthes mit Leitungswasser gieĂen?
Verwende nach Möglichkeit Regenwasser, destilliertes Wasser, Osmosewasser oder eine andere mineralarme Wasserquelle. Sehr weiches Leitungswasser kann in manchen Haushalten funktionieren, aber hartes oder mineralreiches Leitungswasser ist ein hĂ€ufiger Grund dafĂŒr, dass Nepenthes auf Dauer abbauen.
Wie gieĂt man Nepenthes richtig?
Halte das Substrat leicht feucht, aber nicht klatschnass. GieĂe, wenn ungefĂ€hr die oberen 5â10 % des Topfs beginnen abzutrocknen, dann grĂŒndlich mit mineralarmem Wasser und lass ĂberschĂŒsse ablaufen. Lass nicht den GroĂteil des Topfs austrocknen und stelle die Pflanze nicht in abgestandenes Wasser.
Warum bildet meine Nepenthes keine Kannen?
Meist ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, das Licht zu schwach oder die Pflanze gewöhnt sich noch an einen neuen Standort. Eine Nepenthes kann weiter BlĂ€tter machen und trotzdem keine Kannen ausbilden, wenn die Bedingungen nur ein StĂŒck weit danebenliegen.
Muss ich Nepenthes mit Insekten fĂŒttern?
Nein, nicht regelmĂ€Ăig aus PflichtgefĂŒhl. Gutes Licht, das richtige Wasser und ein passendes nĂ€hrstoffarmes Substrat sind wichtiger, als jede Kanne aktiv zu fĂŒttern. Fleisch sollte dabei niemals verwendet werden.
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