Rhipsalis (Korallenkaktus)
Rhipsalis sind dornenlose oder fast dornenlose Dschungelkakteen, die hängen statt aufrecht zu stehen – mit ketten-, faden- oder bandförmigen Trieben, die in der Natur von Bäumen herabhängen und im Innenraum aus Ampeln fallen. Sie sind auf hellen Schatten, milde Temperaturen und leicht feuchte, luftige Mischungen ausgelegt, nicht auf harte Wüstensonne oder kalte, tief durchnässte Torftöpfe.
Rhipsalis ist eine einfache Möglichkeit, Kaktusstruktur in weichere Lichtverhältnisse zu holen. Die Gattung wirkt entspannt und ein wenig ungewöhnlich und passt besonders gut dorthin, wo scharfe Dornen unerwünscht sind, hängender Wuchs aber trotzdem gefragt ist. Am richtigen Platz bekommst du Bewegung und Struktur ohne die härtere Wirkung klassischer Wüstenkakteen.

Infos zu unseren Filtern
Unsere Filter sollen dir helfen, schneller die passenden Pflanzen zu finden, ohne ins Blaue hinein auszuwählen. Damit die Angaben im ganzen Shop möglichst einheitlich bleiben, gleichen wir sie mit mehreren Quellen ab und prüfen zusätzlich, ob sie unter echten Bedingungen in Innenräumen und im Alltag mit Pflanzen überhaupt sinnvoll sind.
Sie sind eine Orientierungshilfe, keine Garantie. Zwei Wohnungen können auf dem Papier dieselbe Lichtstufe haben und sich in der Praxis trotzdem deutlich unterscheiden. Wenn du es genau wissen willst, öffne die Produktseite und lies dir die vollständige Beschreibung durch.
So funktionieren die Filter
- Filter lassen sich kombinieren: Jede Auswahl grenzt die Ergebnisse weiter ein.
- Mehrere Auswahlen innerhalb eines Filters bedeuten meist entweder oder: Wenn du zwei Gattungen auswählst, siehst du Pflanzen aus beiden.
- Verschiedene Filtergruppen greifen zusammen: Wenn du zum Beispiel Lichtstufe und Ungiftig auswählst, werden nur Pflanzen angezeigt, auf die beides zutrifft.
- Du kannst alles jederzeit wieder zurücknehmen: Klicke eine aktive Option einfach noch einmal an oder nutze im Filterbereich Löschen beziehungsweise Zurücksetzen.
Zum Einstieg wählst du am besten zuerst die Lichtstufe und grenzt dann nach Pflanzentyp und Größe weiter ein.
Auswahl & Verfügbarkeit
- Beliebte Kollektionen: Kuratierte Gruppen wie Bestseller, Babypflanzen, seltene Pflanzen, pflegeleichte Pflanzen, panaschierte Pflanzen, klassische Zimmerpflanzen, XL-Zimmerpflanzen und Pflanzensets. Sie helfen dir beim Stöbern, sind aber keine festen Pflegekategorien.
- Verfügbarkeit (nur vorrätige Artikel): Blendet ausverkaufte Produkte aus, damit du nur siehst, was aktuell versendet werden kann.
- Preis: Begrenzt die Auswahl nach dem aktuell angegebenen Preisbereich. Bei Produkten mit mehreren Größen oder Varianten kann die tatsächliche Preisspanne breiter sein.
Haustierfreundlich & Sicherheit
- Ungiftig: Pflanzen, die nach unserem aktuellen Kenntnisstand keine relevante chemische Giftigkeit für gängige Haustiere haben. Trotzdem kann Kauen auch bei ungiftigen Pflanzen Reizungen oder Magenbeschwerden auslösen.
- Ungiftig & haustierfreundlich: Eine noch engere Auswahl für neugierige Nasen und Pfoten. Dabei geht es nicht nur um chemische Giftigkeit, sondern auch darum, viele Pflanzen mit möglichen mechanischen Risiken auszuschließen, zum Beispiel Dornen, harte Spitzen, Widerhaken, starre Borsten oder raue Oberflächen, die unangenehm sein oder kleine Verletzungen verursachen können. Auch das bedeutet aber nicht, dass Anknabbern unproblematisch ist.
Pflegebezogene Filter
- Lichtstufe: Reicht von wenig indirektem Licht bis volle Sonne und direktes Licht. „Indirekt“ bedeutet helles Licht, ohne dass direkte Sonne auf die Blätter fällt. „Etwas direkte Sonne“ meint eine begrenzte Menge milder direkter Sonne. „Volle Sonne/direkt“ steht für längere Zeit in direkter Sonne.
- Wasserbedarf: Niedrig / Mittel / Hoch beschreibt, wie weit das Substrat unter normalen Bedingungen in Innenräumen typischerweise abtrocknen darf, bevor wieder gegossen wird.
- Luftfeuchtigkeit: Normal (40-50 %), leicht erhöht (50-60 %), hoch (60-80 %+). Gemeint ist der Bereich, der bei dir meist dauerhaft erreicht wird, nicht ein kurzer Anstieg für ein paar Minuten.
Wuchsform & Rankhilfe
- Wuchsform: Zeigt, wie eine Pflanze von Natur aus wächst: kletternd, hängend, kriechend und ausbreitend, aufrecht, selbstständig aufrecht wachsend, horstbildend (mit Ablegern) oder rosettenbildend. Das hilft dir bei Standortwahl, Rankhilfe und Topfform.
- Braucht eine Stütze? „Keine“ heißt, dass die Pflanze ihre Form ohne Hilfe hält. „Optional“ bedeutet, dass eine Stütze Aufbau oder Größe verbessern kann, aber nicht zwingend nötig ist. „Erforderlich“ heißt, dass Stab, Moosstab oder Gitter Wuchs und Form deutlich verbessern.
- Wachstumsgeschwindigkeit: Langsam / Mittel / Schnell unter guten Bedingungen in Innenräumen. Hilft dir bei der Einschätzung, ist aber kein Versprechen.
Größenfilter (geliefert und langfristig)
- Topfgröße (geliefert): Der Durchmesser des Kulturtopfs, in dem deine Pflanze verschickt wird (⌀).
- Pflanzenhöhe (geliefert): Die ungefähre Höhe der Pflanze, die du erhältst. Natürliche Abweichungen sind ganz normal.
- Max. Höhe im Innenraum: Die realistische Höhe, die eine Pflanze mit der Zeit in Innenräumen erreichen kann, bei passender Pflege und gegebenenfalls mit Rankhilfe.
- Max. Breite im Innenraum: Wie viel Platz eine Pflanze langfristig einnehmen kann, also zum Beispiel als Horst, Rosette oder gesamte Wuchsbreite.
Optik: Form, Größe, Farbe
- Blattform & Blattgröße: Praktische Kategorien für den schnellen Überblick. „Klein/Mittel/Groß“ bezieht sich auf die typische Blattgröße ausgewachsener Pflanzen, während die Form die vorherrschende Silhouette beschreibt.
- Blattfarbe: Zeigt die dominanten Farbtöne und Muster, zum Beispiel Silber und Grau, Rosa und Rot oder Goldgelb. Einzelne Pflanzen können abweichen, und frischer Austrieb sieht oft anders aus als ausgereifte Blätter.
Botanisch stöbern
- Pflanzentyp: Übergeordnete Gruppen wie Aronstabgewächse, Hoyas, Kakteen, Farne, Sukkulenten, Marantengewächse und mehr. Praktisch, wenn du nach Pflanzentyp und grober Pflegerichtung stöbern willst.
- Gattung: Filtert nach der botanischen Gattung, zum Beispiel Alocasia, Philodendron oder Hoya. Ideal, wenn du schon weißt, was du sammelst.
- Familie: Filtert nach Pflanzenfamilien wie Araceae oder Apocynaceae. Hilfreich, wenn du innerhalb verwandter Gruppen tiefer stöbern willst.
Du willst sehen, woran wir uns bei der Vereinheitlichung unserer Bezeichnungen orientieren? Ressourcen zur Pflanzenpflege ist einfach eine kuratierte Übersicht der Quellen, die wir dafür nutzen, darunter POWO, Kew und weitere.
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Cactaceae (Kakteengewächse)
Rhipsalis (Korallenkaktus)
Auf einen Blick
Rhipsalis (Mistelkaktus) - Hinweise für Waldkakteen
- Wuchs: epiphytische Kakteen ohne oder fast ohne Dornen mit hängenden Trieben; ideal für Ampeln im hellen Schatten.
- Licht: mittleres bis helles, indirektes Licht; tiefer Schatten bremst den Wuchs, heiße Sonne hinter Glas verbrennt die Triebe.
- Substrat: bevorzugt ein lockeres, organischeres, aber gut drainierendes Gemisch, eher wie für Orchideen oder Bromelien als wie reiner Wüstenkakteenmischung.
- Gießen: gieße, wenn die obere Schicht abgetrocknet ist, und halte den Wurzelbereich während des Wachstums leicht feucht; in kühleren Phasen darf es etwas trockener sein.
- Klima: mag warme Räume mit mittlerer Luftfeuchte und Luftbewegung; kalte, nasse Töpfe sind das Hauptproblem.
- Hinweis zu Haustieren: gilt im Allgemeinen als ungiftig und hat keine starken Dornen, deshalb gut für Haushalte mit Tieren geeignet.
Botanisches Profil
Rhipsalis (Mistelkakteen) – botanisches Profil epiphytischer Kakteen
Rhipsalis ist eine Gattung epiphytischer Kakteen in Cactaceae (Tribus Rhipsalideae), wahrscheinlich im späten 18. Jahrhundert von Gaertner beschrieben. Der Name leitet sich vom griechischen „rhips“ ab und bedeutet Geflecht oder Flechtwerk – ein Hinweis auf die flexiblen, seilartigen Triebe. Mit rund 50–60 Arten ist Rhipsalis die größte und am weitesten verbreitete Gattung epiphytischer Kakteen und umfasst als einzige Kakteenlinie Arten, die sowohl in der Neuen als auch in der Alten Welt heimisch sind.
- Ordnung: Caryophyllales
- Familie: Cactaceae
- Tribus: Rhipsalideae
- Gattung: Rhipsalis Gaertn.
- Typusart: Rhipsalis baccifera (J.S.Muell.) Stearn
- Chromosomen: Somatische Zahlen liegen bei den untersuchten Arten meist um 2n ≈ 44–66, im Einklang mit anderen epiphytischen Kakteen; mehrere polyploide Reihen werden vermutet.
Verbreitung und Lebensraum: Die meisten Rhipsalis-Arten sind in tropischem bis subtropischem Mittel- und Südamerika sowie in der Karibik endemisch; Rhipsalis baccifera kommt zusätzlich in Teilen Afrikas, Madagaskars und Sri Lankas natürlich vor und ist damit der einzige Kaktus außerhalb Amerikas mit natürlichem Vorkommen. Die Pflanzen wachsen vor allem als hängende Epiphyten in feuchten Wäldern auf Ästen und Stammgabeln, gelegentlich auch als Epilithen auf schattigen Felsflächen.
- Lebensform: Ausdauernde, meist hängende Epiphyten mit stark verzweigten, oft fadenförmigen oder keulenartigen Trieben, die dichte Vorhänge oder Büschel bilden.
- Triebmorphologie: Die Triebe reichen von dünnen, zylindrischen Segmenten bis zu leicht abgeflachten oder dreikantigen Gliedern; Dornen fehlen oder sind auf winzige Borsten reduziert, anders als bei Wüstenkakteen.
- Triebgröße: Einzelne Segmente sind meist wenige Zentimeter bis mehrere Dutzend Zentimeter lang; die gesamte Pflanze kann unter optimalen Bedingungen über 1 m Breite erreichen.
- Textur und Farbe: Sukkulente, aber vergleichsweise weiche Triebe, meist hell- bis mittelgrün, teils leicht durchscheinend oder fein behaart; die Epidermis ist darauf ausgelegt, diffuses Waldlicht statt harter voller Sonne zu nutzen.
- Bemerkenswerte Anpassung: Epiphytische Wurzelsysteme und flexible, vielgliedrige Triebe erlauben Rhipsalis, enge Astgabeln und raue Rinde zu besiedeln und zugleich zeitweiliges Abtrocknen zwischen Nebel- und Regenphasen zu tolerieren.
Blütenstand und Frucht: Kleine, oft sternförmige weiße oder blasse Blüten erscheinen einzeln oder in kleinen Gruppen entlang der Triebsegmente, gefolgt von durchscheinenden oder gefärbten Beeren, die an kleine Mistelfrüchte erinnern. Diese sukkulenten Früchte werden gern von Vögeln gefressen, die die Samen zwischen Sitzplätzen im Kronendach verbreiten.
Details & Pflege
Rhipsalis: Dschungelkakteen für Ampeln und Plätze mit weichem Licht
Rhipsalis – die ursprünglichen Dschungelkakteen
Rhipsalis ist eine Gattung epiphytischer Kakteen, oft auch „Mistelkakteen“ genannt, und die am weitesten verbreitete Gruppe epiphytischer Kakteen weltweit. Anders als Wüstenkakteen wachsen Rhipsalis in Kronenbereichen und Felsspalten tropischer Wälder, mit hängenden, oft dornenlosen Trieben, die über Jahre regelrechte grüne Vorhänge bilden können.
Als Zimmerpflanzen bringen Rhipsalis eine ganz andere Energie in eine Sammlung. Die weichen, überhängenden Triebe wirken in Hängeampeln, auf Regalen oder aus hohen Töpfen fallend sofort passend und lassen sich gut mit Aronstabgewächsen und Farnen in eher waldartigen Arrangements kombinieren. So trockenheitsfest wie Wüstenkakteen sind sie aber nicht – wenn du diesen Unterschied besser einordnen willst, hilft unser Leitfaden zu Wüsten- und Dschungel-Sukkulenten.
Passt Rhipsalis zu deinem Zuhause?
- Wo Rhipsalis überzeugt: an hellen, aber nicht brennend heißen Fenstern, an Plätzen mit etwas Höhe zum Hängen oder Herabziehen und in Haushalten, in denen lieber leicht, aber regelmäßig gegossen wird statt streng nach „Kaktusplan“.
- Weniger passend, wenn: deine Räume sehr dunkel sind, du auf harte Mittagssonne angewiesen bist, damit Pflanzen überhaupt durchhalten, oder du Töpfe komplett austrocknen lässt – Rhipsalis ist ein Dschungelkaktus und mag weder lange harte Trockenphasen noch brutale Sonne.
- Bevor du dich für eine Rhipsalis entscheidest: schau auf die Wuchsform. Feine, haarartige oder perlenschnurartige Arten ergeben luftige Hängepflanzen, breitere, abgeflachte Typen funktionieren auch gut als locker überhängender Rand in Mischgefäßen. Alle profitieren davon, etwas nach unten fallen oder sich anlehnen zu dürfen, statt unter anderen Pflanzen auf ein niedriges Regal gequetscht zu werden.
Rhipsalis in der Natur – epiphytische Kakteen mit ungewöhnlicher Verbreitung
Rhipsalis stammt überwiegend aus tropischen und subtropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas sowie der Karibik, wo die Pflanzen als Epiphyten auf Ästen, in Astgabeln oder auf moosigen Felsen wachsen. Eine Art, Rhipsalis baccifera, hat sich zusätzlich natürlich in Afrika, auf Madagaskar und in Teilen Asiens ausgebreitet – eine für Kakteen ungewöhnliche Verteilung.
In diesen Lebensräumen bekommt Rhipsalis helles, aber gefiltertes Licht, häufige Niederschläge, hohe Luftfeuchte und sehr schnelle Drainage. Die Wurzeln verankern sich in Taschen aus Streu, Rinde und Moos statt in tiefer Erde, und die Triebe nehmen zwischen Regenschauern Wasser auf und speichern es. Genau dieses Hintergrundwissen erklärt, warum Rhipsalis im Topf anders behandelt werden sollte als ein Wüstenkaktus.
Licht und Standort für Rhipsalis – heller Schatten statt Wüstensonne
Rhipsalis ist an Waldkronen und Unterwuchs angepasst, nicht an frei liegende Wüstenhänge. Im Wohnraum wächst die Gattung am besten bei mittlerem bis hellem, indirektem Licht. Ein Platz an einem Ost- oder Nordfenster oder etwas zurückversetzt an einem helleren Süd- oder Westfenster hinter einer Gardine passt für die meisten Arten gut. Wenn du einschätzen willst, was „hell, indirekt“ in echten Fenstersituationen bedeutet, hilft dir unser Leitfaden zu hellem, indirektem Licht.
Bei zu wenig Licht werden die Triebe lang und lückig, die Internodien strecken sich, und die Horste verlieren an Dichte. In starker Mittagssonne, besonders hinter Glas, können die Triebe ausbleichen, rötlich oder braun werden und an den Spitzen einschrumpfen.
Wurzeln, Gießen und Substrat – feucht, luftig, niemals vernässt
Rhipsalis-Wurzeln sind fein und flach und dafür gemacht, sich durch lockeres organisches Material auf Ästen und Felsen zu ziehen. Im Topf brauchen sie gleichzeitig Feuchtigkeit und Luft; wenn du sie in dichtes, langsam trocknendes Substrat packst oder wie Wüstenkakteen behandelst, sind Probleme fast vorprogrammiert. Nimm eine leichte, gut drainierende Mischung mit hohem Anteil grober Bestandteile wie feiner Rinde, Perlite, Bims oder mineralischen Zuschlägen – nicht schwere, nasse Einheitserde.
Gieß nach der Trocknungsgeschwindigkeit des Substrats, nicht nach Kalender. Lass den obersten Zentimeter oder zwei abtrocknen, bis sie sich trocken anfühlen und der Topf leichter wirkt, aber geh mit dem Finger oder einem Holzstäbchen etwas tiefer – dort sollte noch eine leichte Kühle spürbar sein, nicht staubtrockene Erde. So bleibt die Wurzelzone gleichmäßig leicht feucht, ohne zu kippen. Wenn dir Feuchtigkeitseinschätzung schwerfällt, hilft unser
Dauerhaft nasses, luftloses Substrat fördert Wurzelfäule sowie gelbe, durchscheinende oder matschige Triebe. Wiederholte starke Trockenheit führt dagegen zu Schrumpfen, Braunfärbung und abfallenden Segmenten, weil die Pflanze gestresstes Wachstum abstößt. Wenn dir das Einschätzen der Feuchtigkeit schwerfällt, sind Topfgewicht und ein tieferer Check im Substrat deutlich verlässlicher als die Oberfläche allein. Mehr dazu, wie Topfgröße und Substrat die Trocknungszeit beeinflussen, findest du in unserem umfassenden Gießleitfaden für Zimmerpflanzen.
Rhipsalis und dein Raumklima
Als Dschungelkaktus mag Rhipsalis ungefähr dieselbe gleichmäßige Wärme wie du. Die meisten kultivierten Arten fühlen sich zwischen etwa 18 und 27 °C am wohlsten. Kurze Phasen etwas darunter werden meist toleriert, wenn das Substrat eher trocken ist, aber längere Zeit unter ungefähr 10–12 °C oder kalte Zugluft in Kombination mit nassen Wurzeln bremsen das Wachstum schnell und können Schäden verursachen.
Auch Luftfeuchte gehört zentral zur Pflege von Rhipsalis. Die Pflanzen sind an feuchte Luft und regelmäßige leichte Feuchtigkeit angepasst. Normale Wohnraumluft reicht oft aus, aber sehr trockene Luft – besonders durch Heizkörper oder Klimaanlagen – kann zu einschrumpfenden Spitzen, braunen Stellen und langsameren Wachstum führen. Wenn das bei dir ein Thema ist, hilft unser Leitfaden zur Luftfeuchte.
Wachstum, Schnitt und Vermehrung bei Rhipsalis
Rhipsalis wächst, indem die gegliederten Triebe verlängert werden – je nach Art fadenförmig, stiftartig, abgeflacht oder perlenschnurähnlich. Mit Wärme, Licht und gleichmäßiger Feuchtigkeit können sie schnell länger werden und sind deshalb ideal für Hängeampeln und hohe Regale. Viele Pflanzen verzweigen sich irgendwann von selbst und bilden dichte, frei fallende Kaskaden.
Leichter Rückschnitt hält Rhipsalis in Form und fördert Verzweigung. Sehr lange Triebe kannst du mit sauberer Schere knapp über einem Segmentansatz kürzen, um eine dichtere Silhouette aufzubauen. Die abgeschnittenen Stücke bewurzeln in einer ähnlich luftigen Mischung – oder sogar im Wasser – meist schnell, sodass du leicht neue Pflanzen ziehen oder eine bestehende verdichten kannst. Wie das sauber klappt, zeigt unser Vermehrungsleitfaden.
Rhipsalis und Haustiersicherheit
Rhipsalis gilt im Allgemeinen als ungiftig für Katzen, Hunde und Menschen, und mehrere Arten, darunter Rhipsalis cassutha, werden von großen Tierschutzorganisationen als unbedenklich geführt. Außerdem fehlen die großen, verletzenden Dornen vieler Wüstenkakteen, was die Gattung in Haushalten mit Haustieren oder Kindern zusätzlich unkompliziert macht.
Trotzdem ist es sinnvoll, Haustiere oder Kinder nicht an den Trieben knabbern zu lassen und Hängeampeln oder Pflanzgefäße nicht in Griffhöhe zu platzieren. Größere Mengen jedes Zierpflanzenmaterials können leichte Magenprobleme auslösen. Beim Schneiden oder Umtopfen reicht normale Hygiene – Hände waschen und Werkzeug sauber halten.
Was dir bei der Ankunft deiner Rhipsalis auffallen kann
Ein paar Tage in einem dunklen Karton sind für eine Pflanze, die gleichmäßige Wärme und sanftes Licht gewohnt ist, immer ein Bruch. Deshalb ist es normal, dass eine neue Rhipsalis mit leicht vergilbten oder gequetschten Segmenten, ein paar trockenen Spitzen oder losen Stücken in der Verpackung ankommt. Das sind in der Regel optische Spuren von Transport und Handhabung, keine grundsätzlichen Probleme.
Nach dem Auspacken entfernst du sichtbar beschädigte oder matschige Segmente und schüttelst lose Reste vorsichtig ab oder bürstest sie ab. Stell deine Rhipsalis direkt an den vorbereiteten hellen, geschützten Platz – idealerweise mit gefiltertem Licht und fern von direkter Heizung oder kalter Zugluft. Kontrolliere in den ersten Tagen ein paarmal die Feuchtigkeit und gieße nur, wenn das Substrat wirklich abgetrocknet ist. Einen breiteren Überblick über diese Eingewöhnungsphase gibt unser Leitfaden zur Eingewöhnung.
Rhipsalis-Probleme – häufige Signale und was du tun kannst
- Rhipsalis-Triebe schrumpfen oder werden von den Spitzen her braun: meist ein Zeichen für zu wenig Wasser oder dauerhaft heiße, trockene Luft. Kontrolliere das Substrat; ist es sehr trocken, wässere den Topf gründlich, lass ihn abtropfen und passe dann deinen Gießrhythmus an. Stell die Pflanze außerdem weiter weg von Heizkörpern oder sehr heißen, sonnigen Fenstern.
- Rhipsalis-Segmente werden gelb und fallen ab, während das Substrat nass bleibt: das deutet auf Wurzel- oder Trieffäule durch schlechte Drainage oder chronisches Überwässern hin. Topf in ein Gefäß mit Abzugslöchern um, entferne schwarze oder matschige Wurzeln und ersetze das Substrat durch eine leichtere, luftigere Mischung. Bis neuer Austrieb erscheint, deutlich sparsamer gießen. Für ein klares Vorgehen hilft unser Leitfaden zu Wurzelfäule.
- Rhipsalis-Triebe werden blass und langgezogen: der Standort ist zu dunkel. Stell die Pflanze näher ans Fenster oder arbeite mit sanfter Zusatzbeleuchtung, damit sie täglich mehrere Stunden helles, indirektes Licht bekommt.
- Rhipsalis färbt sich auf einer Seite rot oder bleicht aus: eine Reaktion auf zu viel direkte Sonne oder auf plötzlich sehr viel Licht nach einer schattigeren Phase. Rück die Pflanze etwas vom Fenster weg oder filtere das Licht mit einer Gardine, damit es hell, aber gestreut bleibt.
- Rhipsalis mit feinen Gespinsten oder gesprenkelten, stumpfen Segmenten: dahinter können Spinnmilben oder andere saugende Schädlinge stecken, die in trockener Luft leichter auftreten. Heb die Luftfeuchte leicht an, dusche die Triebe sanft ab und bleib bei einer konsequenten, schonenden Behandlung, bevor der Befall sich aufbaut. Unser Leitfaden zu Spinnmilben zeigt die Optionen.
Zurück nach oben – und such dir die Rhipsalis aus, die zu deinem Regal oder Hängeplatz und zu der überhängenden Struktur passt, die du im Raum haben willst ↑
Häufige Fragen zu Rhipsalis
Ist Rhipsalis wirklich ein Kaktus?
Ja, aber kein Wüstenkaktus. Die meisten Rhipsalis wachsen epiphytisch oder lithophytisch und möchten meist gefiltertes Licht und gleichmäßigere Feuchtigkeit als sonnenhungrige Kakteen aus trockenen Regionen.
Welches Licht braucht Rhipsalis drinnen?
Helles indirektes Licht ist die beste Grundregel. Viele Formen kommen auch mit mittelhellem Licht zurecht, und manche vertragen etwas milde direkte Sonne. Pralle, brennende Sonne ist aber nicht das Ziel.
Wie oft sollte man Rhipsalis gießen?
Gieße, wenn ungefähr die oberen 30–50 % des Topfs abgetrocknet sind. Im Winter oder bei weniger Licht darf vor dem nächsten Gießen etwas mehr abtrocknen, aber behandle Rhipsalis nicht wie einen Wüstenkaktus, der komplett durchtrocknen soll.
Ist Rhipsalis für Haustiere unbedenklich?
Gängige Mistelkaktus-Typen gelten im Allgemeinen als eine der sichereren Zimmerpflanzen. ASPCA listet Mistelkaktus als ungiftig, aber angeknabbert werden sollte natürlich trotzdem keine Pflanze.
Warum wirft meine Rhipsalis einzelne Glieder ab?
Meist durch Wurzelstress, plötzliches Austrocknen oder einen abrupten Standortwechsel. Unter Stress wirft sie ihre Segmente oft schneller ab als dicktriebigere Kakteen.
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